Muschel-News | 22. Ausgabe, Dezember 2021

Liebe Familien, liebe Förderer, liebe Mitarbeiter/-innen, liebe Leser/-innen!

Hoffentlich kehrt jetzt etwas Ruhe in dieser Zeit ein, haben wir doch die Coronazeit noch nicht überstanden. Der vorliegende Newsletter zeigt nicht nur die positiven Ansätze unserer Arbeit in der Muschel, sondern gibt auch Informationen über unser Spendenwesen.

Wir brauchen auch finanzielle Perspektiven, denn das Spendenaufkommen ist, nicht nur durch die Coronazeit – auch durch die schreckliche Flutkatastrophe – erheblich zurückgegangen. Damit unsere Hospizarbeit besser wirksam werden kann, helfen Sie uns bitte mit Spenden. Ohne die vielen Menschen, die sich für uns einsetzen, könnten wir nicht existieren.

Eine sehr große Hilfe sind auch unsere Ehrenamtlichen, die durch ihre Lebendigkeit, eindrucksvoll die Arbeit der Muschel mittragen.

In der beginnenden Weihnachtszeit kommen wir auf andere Gedanken und können die Wärme des Lichtes spüren, Hoffnungen in unserem Herzen spüren und hilfreich unseren Familien zur Seite stehen.

Ich wünsche Ihnen und uns eine anregende adventliche Zeit und einen gesunden Start ins Jahr 2022.

Mit herzlichen Grüßen von Uwe Arendt

Leiter des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes „Die Muschel e.V.“

Candlelight-Gedenkgottesdienst

Unterwegs mit dir – sich erinnern, den Namen nennen, ein Licht anzünden, der Trauer und dem Vermissen einen Raum geben – am 3. Adventssonntag gedenken wir im Gottesdienst gemeinsam unserer verstorbenen Kinder.

In der Vorweihnachtszeit kann die Trauer für einige von uns besonders schwer sein, darum sprechen wir von ihr und davon, wie wir diese ungewollte Begleiterin im Alltag mit uns nehmen, welche Wege wir mit ihr gehen und wohin sie uns führen kann.

Es ist das „Unterwegs mit dir“- Sein, in dem wir in Herz und Seele bei unseren Kindern sind, nicht nur in der Vorweihnachtszeit.

Bei dem Candlelight-Gedenkgottesdienst finden wir passend zu den feierlichen Tagen des Dezembers einen Weg, unsere verstorbenen Kinder und die Trauer um sie zu würdigen und uns gemeinsam an sie zu erinnern.

Wir sind in Gedanken bei den Familien und verabschieden uns

Wir stellen vor: Lisa Hartmann, ehrenamtliche Mitarbeiterin

Seit wann arbeiten Sie bei der Muschel?

2018 habe ich an dem Befähigungskurs teilgenommen.

Wie sind Sie zur Muschel gekommen?

Neben meiner Ausbildung zur Physiotherapeutin wollte ich mich mehr engagieren. Durch eine Anzeige in der Zeitung, bin ich auf die Muschel aufmerksam geworden und habe mich für den Befähigungskurs entschieden.

Betreuen Sie zurzeit eine betroffene Familie?

Ja, seit Dezember 2020 darf ich einen Jungen begleiten, dessen Mutter erkrankt war. Auch nach dem Tod der Mutter begleite ich den 11-jährigen Jungen und bin auch im regelmäßigen Kontakt zu seinem Vater. Er liebt meinen Hund, deshalb gehen wir viel an der frischen Luft spazieren, wo er mir von seinem Alltag erzählt.

Wie können Sie das schaffen?

Ich mache das gerne. Wie bei jedem und jeder anderen auch, gibt es gute und weniger gute Tage. Ich habe dennoch das Gefühl, viel Dankbarkeit zu erfahren. Das gibt mir immer wieder Kraft. Ich mache es einfach gerne.

Was tun Sie, um sich zu entspannen?

Spazieren gehen mit meinem Hund.

Grußwort zum 15-jährigen Bestehen unserer „Muschel“

Ich bedanke mich bei den betroffenen Familien, den Geschwistern, Eltern und allen, die sich im Sinne der Selbsthilfe mit viel Engagement dem Auf- und Ausbau der Angebote der „Muschel“ gewidmet haben und widmen. Die 1. Vorsitzende, Frau Marlies Borchert, und die Mitglieder unterstützen die Arbeit des Vereins mit ihrer Stimme und mit ihrem Gesicht. Spender und Förderer unserer Arbeit helfen uns unsere Angebote zu erhalten, sie auf- und auszubauen.

Gleichzeitig wäre der Aufbau, aber auch die Fortführung unserer Arbeit ohne das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden. Sie spenden Trost, leisten Fürsorge und geben Unterstützung. Nicht zuletzt engagieren sich auch die hauptamtlichen Beschäftigten der „Muschel“ tagtäglich und weit über das Bezahlbare hinaus für die Kinder- und Jugendhospizarbeit im ambulanten Dienst.  Das gute Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt gehört sicher zu den größeren Errungenschaften der vergangenen 15 Jahre. Ihnen allen gilt mein Dank!

Bleiben Sie an unserer Seite, ich bin stolz mit Ihnen gemeinsam gearbeitet zu haben und weiterhin für die erkrankten Kinder und ihren Familien arbeiten zu dürfen. Auch liegen mir die Trauerkinder und Trauerjugendlichen sehr am Herzen, die Familien mit erkrankten Elternteilen haben bei mir immer ein offenes Ohr und ja, in der heutigen Zeit hat die Trauer-Onlinegruppe mit ihren Angeboten meine volle Unterstützung.

Nur mit Ihnen gemeinsam wird es mir gelingen, die Zukunft der „Muschel“ zu gestalten. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

Uwe Arendt, Leiter der Muschel

Einblicke in meine Muschel-Familie

Im Juni 2020 lernte ich den kleinen Fritz kennen und schloss ihn gleich in mein Herz ein. Die junge Familie war gerade von Hamburg nach Lübeck gezogen, und Frau R. hatte die Muschel um Unterstützung in der Betreuung von Fritz gebeten. Nach mündlicher Absprache wurde ich durch Ute Drefke der Familie vorgestellt.                                     

Fritz leidet seit seiner Geburt an einer sehr seltenen Erkrankung: Die Mevalonazidurie ist ein autosomal-rezessiv vererbtes Syndrom, das auf Grund des vollständigen Fehlens eines Enzyms, der Mevalonatkinase entsteht. Die Krankheit wurde nicht gleich erkannt, wodurch viele Krankenhausaufenthalte nötig waren. Durch diese Erkrankung kann Fritz nicht sitzen, laufen, sprechen und sieht nur verschwommen schwarz und weiß. Die Nahrung und die Medikamente werden ihm über eine Sonde verabreicht.

Fritz ist auf vollständige Rundumpflege angewiesen. Die jungen Eltern pflegen ihren kleinen Jungen mit Liebe und Geduld und stoßen immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Viel Hilfe erfährt die Familie zur Zeit durch den Pflegedienst, der auch einige Nächte im Monat abdeckt. Auch die Großeltern von Fritz bringen sich in die Betreuung ein.

Zwischen Fritz, seinen Eltern und mir hat sich ein vertrauensvolles, freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Meistens besuche ich Fritz einmal pro Woche für 2 – 3 Stunden. Fritz mag es, wenn ich ihm Lieder vorsinge, aus seinen Büchern vorlese oder mit ihm mit seinen Spielsachen spiele. Bei gutem Wetter gehen wir beide auch gern spazieren. Besondere Momente sind es für mich, Fritz im Arm zu halten, und wenn er sich durch mein Streicheln entspannt. Fritz hat nicht immer nur gute Tage; ja es gibt Tage, wo er stundenlang weint, und die Eltern sehr gefordert sind. Große Sorge bereitet den Eltern die jetzt häufiger auftretenden Krampfanfälle, die zur Zeit noch sehr kurz sind.

Im Sommer ist die Familie aus der Stadtmitte in ein kleines Haus am Rande der Stadt gezogen. Fritz und das Pflegeteam bewohnen die untere Etage, und die Eltern können sich in die obere Ebene zurückziehen und somit auch wieder etwas Privatatmosphäre genießen. Ich freue mich jede Woche neu, „meine Muschel-Familie“ unterstützen zu dürfen.

Helga Proll, ehrenamtliche Mitarbeiterin

Die Muschel-Jugendgruppe

Katharina Hahn und ich, Ina Brach, leiten mit im Moment acht aktiven Jugendlichen die Jugendtrauergruppe der Muschel. Es ist immer Bewegung in der Teilnehmerzahl, mal geht eine/r weg, da die Zeit der intensiven Arbeit an sich selber eine Wendung nimmt oder der Einstieg in die Berufswelt ansteht. Aber auch neue Gesichter kommen immer wieder dazu.

Wir treffen uns alle zwei Wochen abends im Klosterkamp in Bad Segeberg, um uns zu erzählen wie es uns geht, was in der Zwischenzeit geschehen ist, zu weinen, zu lachen und „Werkzeuge“ zu lernen, damit man mit den unterschiedlichen Gefühlssituationen umgehen kann.

An einem Wochenende wollten wir uns in Lübeck in den Muschelräumen treffen, um gemeinsam durch einen Gefühlsparcour zu gehen. Dieses Unternehmen wurde durch mehrere Probleme erschwert, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Alle haben mit angepackt, damit wir eine zum Teil ruhige und dann wieder belebte Zeit verbringen konnten. Hier hatten die Jugendlichen den Raum, um unterschiedliche Gefühle, z.B. Wut, Angst, Freude, Trauer  zu durchleben.

Das Ganze war ein gutes Bild für das Leben unserer Jugendlichen. Auch da geht bzw. ging es durch den Verlust eines lieben Angehörigen nicht „nach Plan“. Aber diese bemerkenswerten Persönlichkeiten stellen sich der veränderten Situation, jeder auf seine Art. Eine/r hört einfach nur zu und kann erkennen, dass er/sie nicht allein ist mit den Gefühlen, andere mögen erzählen und finden Erleichterung beim Aussprechen. Wir sind eine bunte, sich sehr gut ergänzende Gruppe (manchmal sind die Teilnehmer/innen vernünftiger als die Leiterinnen).

Katharina und ich sind beide ehrenamtliche Mitarbeiterinnen in der Muschel. Wir haben die Leitung der Jugendgruppe übernommen, als es gerade keine Kapazitäten  im hauptamtlichen Bereich gab. Unser Anliegen ist, den Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, dass sie mit ihrer Trauer und mit ihren Gefühlen nicht allein sind. Auch während des Lockdowns haben wir per Videokonferenz weiter gemacht. Das war für alle anstrengend, aber auch da haben sich die Jugendlichen ihrer Situation gestellt – Hut ab.

Liebe Jugendliche, wir sind berührt über eure Präsenz, eure Persönlichkeiten! Danke, dass wir euch ein Stück begleiten dürfen.

Ina
Katharina

Helfen können wir nur mit Ihrer Hilfe – Die Muschel sagt Danke!

Es gibt viele Ideen, sich zu engagieren. Hier möchten wir einige vorstellen.

Silberhochzeit, Goldene Hochzeit, runde Geburtstage, Firmenjubiläen, Trauerfeiern…

Immer wieder erhalten wir Unterstützung von Menschen, die in ihrem privaten Umfeld bei ganz unterschiedlichen Anlässen bei Ihren Gästen um Spenden bitten! An dieser Stelle möchten wir danke sagen, dass Sie mit Ihrem großartigen Engagement helfen, unsere Angebote für die Familien aufrecht zu erhalten und unsere Arbeit bekannt machen!

Die Muschel und die Dorothea-Schlözer-Schule feiern Jubiläum

Seit 10 Jahren unterstützt uns die Schule in Lübeck mit großem Engagement und viel Kreativität der SchülerInnen und des Lehrerkollegiums.

Das Jubiläumsjahr war gleichzeitig auch das Coronajahr – aber die Pandemie hielt die beiden Schülerinnen Tjada Köllner und Coco Flemming nicht davon ab, eine Spendenaktion zu organisieren. Sie entwarfen einen Spendenaufruf, der in allen Klassen verteilt wurde und hunderte von SchülerInnen folgten dem Aufruf – so kam eine großartige Summe zusammen!

Wir sind unendlich dankbar für diese langjährige verlässliche Freundschaft.

Ihren 1-jährigen Geburtstag feierte die Seniorenresidenz Segeberger Forst in diesem Jahr am 14.08. mit einem Sommerfest, bei dem ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm geboten wurde – Musik und Tanz, Besuch der Feuerwehr Bark, eine Tombola mit tollen Preisen, Aktionen für Kinder, und auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt.  Es war für jeden etwas dabei – so konnten die Mitarbeiter und Bewohner des Pflegeheimes viele Gäste an diesem Tag begrüßen.

Den Erlös aus der Tombola spendete die Seniorenresidenz an die Muschel und stockte den Betrag sogar noch auf. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und Spendern und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

Bäume pflanzen – für die Umwelt und für den guten Zweck

Die Deutsche Post AG, BZ Lübeck hat im Rahmen des weltweiten Freiwilligen-Tags am 11.10. eine Baumpflanzaktion im Forst Waldhusen durchgeführt. Gegen eine Spende konnte jeder Baumpate werden, seinen Baum selbst einpflanzen und sich hinterher bei Kaffee, Kuchen und Würstchen stärken. Alle Einnahmen an diesem Tag wurden dem guten Zweck gespendet –  dafür ein herzliches Dankeschön! Wir sind sehr dankbar, dass wir mit der Lübecker Niederlassung der Deutschen Post AG einen treuen Unterstützer an unserer Seite haben, der bereits viele Spendenaktionen für die Muschel organisiert und durchgeführt hat.

Die Firma Högemann – textiles Einrichten konnte die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten coronabedingt erst ein ganzes Jahr später feiern – am 28.08. war es endlich soweit.

Wertvolle Preise konnten an diesem Tag gewonnen werden, aber gewonnen hat auch die Kinder- und Jugendhospizarbeit, durch die großzügigen Kunden und Gäste kam eine tolle Spendensumme zusammen. Vielen lieben Dank dafür!

Es ist bereits das 3. Benefizturnier, welches die „Hummeln“, die Damengruppe des Golfclubs Holsteinische Schweiz, für die Muschel spielten. Durch die Startgelder und Spenden der 20 Golferinnen und eine weitere Aufstockung durch den Golfclub kam auch in diesem Jahr eine stattliche Summe zusammen. Wir freuen uns sehr und sagen ein sportliches Danke!

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